Veranstaltungen

8. Dezember 2022Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los in ... Albanien?" - Gespräche über den Osten Europas

Zum Abschluss unserer Reihe wollen wir den Blick nach Albanien richten. Während man in den EU-Mitgliedsstaaten Polen, Ungarn und Italien mit anti-europäischen Positionen Wahlkampf betreibt, bemüht sich Albanien seit Jahren mit Nachdruck um den Beitritt zur Europäischen Union. Es ist ein Land, in dem Mehrsprachigkeit alltäglich ist. Die häufigste Fremdsprache ist Italienisch. Italienischsprachiges Fernsehen und Radio sind in ganz Albanien verbreitet und beliebt. Außerdem ist Albanien Vollmitglied der „Organisation internationale de la Francophonie“. Französische Lyzeen in Korça und Gjirokastra gab es auch während der kommunistischen Ära, da Staatschef Enver Hoxha an der Universität Montpellier studiert hatte. Welchen Einflüssen öffnet sich das Land heute? Was bedeutet dies für das Land selbst und was bedeutet es für Europa? Welche Debatten finden statt? Welche Entwicklungen und Veränderungen sind im Gange? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht? Darüber diskutieren die Übersetzerinnen Anna Kove und Zuzana Finger. Es moderiert Eva Profousová.   

Anna Kove ist eine bekannte Dichterin und Übersetzerin aus Albanien. Sie ist Autorin vieler Gedicht- und Prosabände. Sie lebt als Deutschlehrerin und Übersetzerin in Tirana. Sie übersetzte ins Albanische u. a. Paul Celan, Rose Ausländer, Herta Müller, Clemens Meyer, Daniel Kehlmann, Hermann Hesse, Wolfgang Hilbig, Walter Kempowski. Als eine der angesehensten zeitgenössischen Autorinnen in ihrem Land wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt. Auch als Übersetzerin wurde sie mit vielen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter mit dem Schritte-Stipendium der S. Fischer-Stiftung am Literarischen Colloquium Berlin.   

Zuzana Finger (1959), übersetzt aus dem Albanischen, Tschechischen, Slowakischen und Serbischen, 2018 war sie nominiert für den Deutschen Kindertheaterpreis für die Übersetzung des Theaterstücks „Die Windmühlen“ von Jeton Neziraj   

Eva Profousová übersetzt seit über 20 Jahren zeitgenössische tschechische Literatur in ihre Nichtmuttersprache Deutsch (u.a. J. Topol, R. Denemarková und J. Rudiš). Für ihre jüngste Übersetzung "Stunden aus Blei" wurde sie gemeinsam mit der Autorin Radka Denemarková mit dem Brücke-Berlin-Preis 2022 ausgezeichnet.   

Details zur Reihe »Gespräche über den Osten Europas« unter: www.faehre-sachsen.de - Gesprächsreihe extra

Eintritt: 5,- / 3,- EUR. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

Veranstaltung des Übersetzervereins »Die Fähre« e.V., gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms Neustart Kultur der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien  


Veranstaltungen in der Vergangenheit

17. November 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los in ... der Republik Moldau?" - Gespräche über den Osten Europas

Was geht vor im Osten Europas? Blicken wir dorthin nur dann, wenn Unruhen herrschen oder gar ein Krieg wütet wie in der Ukraine? Ist der Osten für uns ansonsten ein großer blinder Einheitsfleck? 

Seit Beginn des russischen Krieges gilt auch der Republik Moldau eine erhöhte Aufmerksamkeit. Das Land beherbergt, gemessen an der eigenen Bevölkerungszahl, die meisten ukrainischen Flüchtlinge und wurde im Juni 2022 gemeinsam mit der Ukraine in den Kreis der offiziellen Beitrittskandidaten der EU aufgenommen. Mit der Präsidentin Maja Sandu und der amtierenden Ministerpräsidentin Natalia Gavrilița stehen zwei Frauen an der Spitze des Landes, dessen Amtssprache Rumänisch ist. Russland zugewandt ist die abtrünnige Region Transnistrien, deren Bevölkerung vorrangig Russisch spricht. 

Welchen Einflüssen öffnet sich die Republik Moldau heute? Was bedeutet dies für das Land selbst und was bedeutet es für Europa? Welche Debatten finden statt? Welche Entwicklungen und Veränderungen sind im Gange? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht?

Darüber diskutieren die Übersetzer Ivan Pilchin und Ernest Wichner. Es moderiert Anja Kapunkt. 

Ernest Wichner, *1952 in Guttenbrunn (Banat/Rumänien), lebt seit 1975 in Deutschland, seit 1976 in Berlin. Ab 1988 war er für das Literaturhaus Berlin tätig, zwischen 2003 und 2017 als dessen Leiter. Ernest Wichner ist Autor von Gedichtbänden und Erzählungen, Herausgeber und Übersetzer, vor allem aus dem Rumänischen. 2020 wurde er mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. 2022 erschien sein Gedichtband "Heute Mai und morgen du“ (Schöffling Verlag, Frankfurt a. M.) und die Übersetzung von Mircea Cărtărescus Erzählungsband "Melancolia" (Zsolnay Verlag, Wien).   

Ivan Pilchin (geb. 1983) ist Dichter, Übersetzer und Forscher, Vizepräsident des Schriftstellerverbandes der Republik Moldau. Er hat die Fakultät für Fremdsprachen und Literatur und die Fakultät für Rechtswissenschaften der Staatlichen Universität von Moldau (USM) absolviert. Magisterstudium in der Germanischen Philologie. Er arbeitete als Universitätsdozent am Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, USM (2005-2019). Derzeit ist er Leiter der Redaktionsabteilung der Stadtbibliothek „B.P. Hasdeu“ aus Chişinău. Seit 2020 ist er Chefredakteur des Magazins für Bibliothekwesen „BiblioPolis“. Er veröffentlichte 3 Lehrbücher für Weltliteratur für die Schule (in Zusammenarbeit), mehrere Aufsätze, Artikel und Studien auf dem Gebiet der Literaturwissenschaft, zahlreiche literarische Übersetzungen aus und in die russische und rumänische Sprache. Autor des Gedichtbandes «Человек-аквариум» [„Aquarium-Mensch“] (Chişinău: ARC, 2018, 2020). Mitglied des Schriftstellerverbandes der Republik Moldau und des Schriftstellerverbandes aus Rumänien. Hat mehrere Literaturpreise erholen. Stipendiat zweier Programme für Übersetzer (2011: Rumänisches Kulturinstitut; 2019: Rumänisches Nationalmuseum für Literatur in Iași).   

Anja Kapunkt ist in Norddeutschland geboren und aufgewachsen. Sie hat in Berlin und New York studiert und mehrere Jahre in Paris gelebt. Heute arbeitet sie als Übersetzerin aus dem Französischen und Englischen ins Deutsche und als Fotografin.   Details zur Reihe »Gespräche über den Osten Europas« unter: www.faehre-sachsen.de - Gesprächsreihe extra

Eintritt: 5,- / 3,- EUR. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

Veranstaltung des Übersetzervereins »Die Fähre« e.V., gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms Neustart Kultur der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien  

13. Oktober 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los in ... Nordmazedonien?" - Gespräche über den Osten Europas

Nordmazedonien ist mit einer Bevölkerung von 1,8 Millionen ein kleines, aber multiethnisches Land mit vielfältigen kulturellen Einflüssen und den offiziellen Amstsprachen Mazedonisch und Albanisch. Das Nachbarland Bulgarien blockiert noch immer den EU-Beitritt Nordmazedoniens, und obwohl heute offiziell nur eine kleine Anzahl von Bulgaren  im Land lebt (bei der letzten Volkszählung 2001 haben sich nur 1444 als Bulgaren  bekannt), erhielten mehr als 100.000 Bürger Nordmazedoniens aufgrund ihrer Abstammung die bulgarische Staatsbürgerschaft. 
 
Was bedeutet das für das Land? Was bedeutet es für Europa? Welche Debatten  finden statt? Welche Entwicklungen und Veränderungen sind im Gange? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht?   Darüber diskutiert die mazedonische Übersetzerin Ksenija Čočkova mit ihrem deutschen Kollegen Benjamin Langer. Es moderiert Iva Fidancheva.   

Ksenija Čočkova wurde 1979 in Skopje geboren. Dort studierte sie Deutsche Sprache und Literatur. Heute arbeitet Ksenija Čočkova als freiberufliche Literaturübersetzerin und  Kulturmanagerin. Sie übersetzte Werke von Bertolt Brecht, Friedrich Schiller, Friedrich Dürrenmatt, Judith Hermann, Stefan Zweig, Elias Canetti, Bernhard Schlink, Siegfried Lenz, Christoph Hein, Robert Walser, Robert Musil, Urs Widmer, Julia Frank, Peter Handke und anderen.   

Benjamin Langer, geboren 1976 in Erlangen, ist promovierter Germanist. Von 2005 bis 2009 lehrte er an der Universität »Sveti Kiril i Metodij« in Skopje. Seit 2009 lebt Benjamin Langer in Berlin. Er ist in der Abteilung Internationales der Freien Universität Berlin tätig und übersetzt aus dem Mazedonischen, u. a. Goce Smilevski, Vlada Urošević, Petre M. Andreevski und Rumena Bužarovska.

Dr. phil. Iva Fidancheva (1978), Übersetzerin und Dozentin, studierte Germanistik, Linguistik und Soziologie in Skopje, Marburg und Jena. Bisher übersetze sie mehr als 30 Werke aus dem Deutschen, u.a. von H. Hesse; S. Freud, G. Grass, P. Handke, T. Mann, H. Böll, T. Mora, I. Bachmann, S. Stanisic, S. Berg, A. Steinhöfel. Für ihre Übersetzung des Romans Das Glasperlenspiel von H. Hesse erhielt sie eine Auszeichnung von der Gesellschaft der Literaturübersetzer Nordmazedoniens. Sie lebt und arbeitet in Leipzig.    

Eintritt: 5,- / 3,- EUR. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

21. September 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los ... in Rumänien?" - Gespräche über den Osten Europas
 
Was geht vor im Osten Europas? Blicken wir dorthin nur dann, wenn Unruhen herrschen oder gar ein Krieg wütet wie in der Ukraine? Ist der Osten für uns ansonsten ein großer blinder Einheitsfleck? Oder hat sich unser Blick mit dem Krieg plötzlich ein Stück in Richtung Osten verschoben?   Rumänien liegt in der Übergangszone zwischen Mittel-, Süd- und Osteuropa. Die Landessprache ist keine Slawische, sondern verwandt mit dem Italienischen und Französischen und anderen romanischen Sprachen. In einigen Gebieten des Landes wird historisch Deutsch gesprochen wie im Barnat und in Siebenbürgen. Es ist also ein Land, in dem sich zahlreiche sprachliche und kulturelle Einflüsse mischen. Was bedeutet das heute für Rumänien? Was bedeutet es für Europa? Welche Debatten im Land finden statt? Welche Entwicklungen und Veränderungen sind im Gange? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht?          

Darüber diskutieren die deutsche Übersetzerin Eva Ruth Wemme und die rumänische Übersetzerin Corina Bernic-Heiberger. Es moderiert Jan Schönherr.

Eva Ruth Wemme lebt mit ihrer Familie in Berlin, ist studierte  
Literaturwissenschaftlerin, arbeitete als Schauspieldramaturgin,  
übersetzt Literatur aus dem Rumänischen, schreibt und arbeitet  
nebenher als Gestalttherapeutin.   

Corina Bernic-Heiberger wurde 1981 in Iasi, Rumänien, geboren. Ab 2005 Journalistin beim rumänischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen, ab 2007 als Abteilungsleiterin des Buchzentrums beim Rumänischen Kulturinstitut Bukarest und 2010-2011 Kulturmanagerin der Robert-Bosch-Stiftung. Zwischen 2013 und 2015 Mitarbeiterin und Beraterin bei internationalen Literaturveranstaltungen und -festivals (ilb, Odessa Literature Festival, FILIT). Autorin, freie Journalistin, Literaturübersetzerin (u.a. Jean Amèry, R.D. Brinkmann, Lawrence Ferlinghetti, Herta Müller, Daniel Kehlmann, Peter Handke, Peter Sloterdijk). Ihr jüngster Lyrikband Statii (Stationen) erschien 2015 in Bukarest. Sie lebt in Berlin und ist seit 2020 im Haus der Demokratie und Menschenrechte als Veranstaltungsmanagerin tätig. 

Jan Schönherr hat in München und Poitiers Philosophie und Literaturwissenschaften studiert. Heute lebt er als literarischer Übersetzer in München und hat z.B. Autor*innen wie Jack Kerouac, Jacques Poulin und Michelle Obama übersetzt. 


30. August 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los ... in Polen?" - Gespräche über den Osten Europas

Katholisch und konservativ. Verfechter eines für europäische Verhältnisse restriktiven Abtreibungsgesetzes. Einer der engsten Verbündeten der Ukraine im Krieg gegen Russland. Derlei Schlagzeilen etwa zeichnen derzeit das Bild von unserem Nachbarland. Vor wenigen Monaten noch verteidigte Polen vehement die EU-Außengrenze gegen syrische Flüchtlinge, die über Belarus ins Land kommen wollten, und wird nun weltweit für seine humanitäre Hilfe gegenüber ukrainischen Flüchtlingen gelobt. Was bedeutet das für Polen? Was bedeutet es für Europa? Welche Debatten im Land finden statt? Welche Entwicklungen und Veränderungen sind im Gange? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht?    
     
Darüber diskutieren die deutsche Übersetzerin Lisa Palmes und die polnische Übersetzerin Elżbieta Kalinowska.

Lisa Palmes übersetzt seit 2008 polnische Literatur u.a. von Joanna Bator, Olga Tokarczuk, Filip Springer, Lidia Ostałowska, Justyna Bargielska ins Deutsche. Zudem organisierte sie in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Buchbund in Berlin verschiedene  Gesprächsreihen mit polnischen Schriftsteller*innen.    

Elżbieta Kalinowska (geb. 1972), Übersetzerin, Lektorin, Verlegerin, studierte Germanistik an der Jagiellonen-Universität in Krakau und an der Universität zu Köln. Einen Schwerpunkt ihrer Übersetzungen bilden Werke von Autoren mit Migrationshintergrund, u.a. Zsuzsa Bánk, Olga Grjasnowa, Sherko Fatah, Feridun Zaimoglu oder Terézia Mora. 2012 wurde sie mit dem Förderpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet und 2022 mit dem Karl-Dedecius-Preis.   

4. Juli 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los ... in Ungarn?" - Gespräche über den Osten Europas

Mit dem Ausgang der Wahlen in diesem Frühjahr setzt Ungarn einen politischen Weg fort, der das Land von dem entfernt, wofür die Europäische Union stehen will. Bekanntlich ändern sich die Zeiten: Galt Ungarn vor dem Fall der Mauer als ein Land voller Freiheiten, als ein Land im Osten, in dem die Verheißungen des Westens greifbar waren, repräsentiert es heutzutage eher eine Abkehr von Weltoffenheit und Toleranz. Was bedeutet das für Ungarn? Was bedeutet es für Europa?  Welche Debatten finden statt? Welche Entwicklungen und Veränderungen sind im Gange? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht?         
Darüber diskutieren die deutsche Übersetzerin Timea Tankó und der ungarische Übersetzer László Győri. Es moderiert Patricia Klobusiczky.    

1. Juli 2022, Literaturhaus Leipzig: 30 Jahre und immer noch Wasser unterm Kiel. Die Fähre feiert ihren 30. Geburtstag.
»Die Fähre« feiert Geburtstag
Vor dreißig Jahren hockte eine Gruppe verlassener Literaturübersetzer am unsicheren Ufer der verbleichenden DDR und schaute in die wabernde Zukunft, die noch kein anderes Ufer erahnen ließ. Aber es gab dieses Ufer. Man musste Mut und Organisationstalent aufbringen, dann konnte man vielleicht erfolgreich hinübergelangen.

Also schufen wir eine FÄHRE, einen Verein zur Förderung literarischer Übersetzung in Sachsen. Und so konnten wir übersetzen, also übersetzen. Denn unserem Anliegen wollten wir treu bleiben, als tapfere Wasserträger der Literatur. Wir wollten weiterhin mit Schwung und Akribie die Texte aus der Fremdsprache in unsere eigene übertragen: so genau wie nötig und so frei wie möglich. Und daran sollten uns weder die Stürme des Literaturbetriebs noch die Untiefen der Vertragsklauseln hindern.

Anlässlich unseres 30. Geburtstags erinnern wir an Wellentäler und -kämme und feiern auch unseren langjährigen sicheren Ankerplatz im Haus des Buches, dem Literaturhaus Leipzig. Wir werden aus unseren Neuerscheinungen der letzten Zeit lesen und vielleicht auch schon mal präsentieren, was an unseren Schreibtischen gerade entsteht. Und wir werden musizieren, so wie es bei uns üblich ist.

Und vielleicht werden Sie am Ausgang unserer Veranstaltung verstehen, warum es zum Übersetzen wirklich eine Fähre braucht, mit Menschen, die uns mit Herz und Geist eine andere Sprache und Kultur nahebringen. Da kann es noch so viele Übersetzungsprogramme auf dem Computerbildschirm geben - ohne die Wasserträger der Literatur geht nichts.

Eintritt frei

20. Juni 2022, Literaturhaus Leipzig Geschichten und Weisheiten aus dem Land der Rosen und Nachtigallen  
Eine Entdeckungsreise durch die klassische persische Dichtung und Musik  

Persische Dichtung ist weltweit bekannt und zählt zur Weltliteratur. Bereits Goethe, Friedrich Rückert und die Nachfolgegenerationen von Schriftstellern waren von ihr fasziniert und haben sich von ihr inspirieren lassen. Auch für die Persisch sprechende Bevölkerung Irans und angrenzender Länder ist sie bis heute von großer Bedeutung und Bestandteil ihres sprachlichen, kulturellen, religiösen und nationalen Erbes. Begleiten Sie uns, fachkundig geführt von der Orientalistin Katja Föllmer, auf einem Streifzug durch die wichtigsten Werke klassischer persischer Dichtung von Ferdousi bis Hafez und erfahren Sie mehr über die Besonderheiten literarischen Schaffens vom 10. bis ins 14. Jahrhundert. Gleichzeitig dürfen Sie gespannt sein auf die Begegnung mit traditionellen persischen Klängen: Ali Pirabi ist ein mehrfach preisgekrönter Virtuose auf der Santur, einem wichtigen Instrument der klassischen Kunstmusik jener Region.   Privatdozentin Dr. Katja Föllmer forscht und lehrt an der Universität Göttingen. Ihre Übersetzung von Attars Konferenz der Vögel ist in mehreren Auflagen erschienen. Ali Pirabi, geboren in Shiraz, lebt seit einigen Jahren in Deutschland und ist heute künstlerischer Leiter des internationalen Orchesters „Klänge der Hoffnung“.      
       
Eintritt: 5,- / 3,- EUR    
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen  

15. Juni 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los ... in Bulgarien?" - Gespräche über den Osten Europas

Aus Bulgarien kommen seit Jahren Arbeitskräfte zu uns ins Land, um in der Fleischindustrie, in der Pflege und in der Ernte zu helfen. Für unsere Gesellschaft bedeutet dies Entlastung, die Sicherung vieler Arbeitsbereiche und Spargel satt zur Maienzeit. Was aber heißt diese saisonbedingte oder gar dauerhafte Abwanderung für die Bevölkerung im Land selbst und für die dortige Gesellschaft? Welche Debatten finden statt? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht?      

Über das, was das Land dieser Tage beschäftigt, diskutieren die bulgarische Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin Violeta Vicheva und der deutsche Übersetzer Andreas Tretner. Es moderiert Anja Kapunkt.

31. Mai 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los ... in der Slowakei?" - Gespräche über den Osten Europas

Die deutsche Bezeichnung "Slowakei" taucht erstmals in einer Petition an den österreichischen Kaiser im Jahr 1849 auf. Die slowakische Landesbezeichnung ‚Slovensko‘ wiederum ist seit dem 15. Jahrhundert schriftlich belegt und geht zurück auf die Selbstbezeichnung aller Slawen, der Sloveni. Zwei Drittel des Territoriums der Slowakei werden vom Hochgebirge der Karpaten durchzogen, und als einzige Hauptstadt der Welt (!) grenzt das im Südwesten des Landes gelegene Bratislava an mehr als ein Nachbarland - an Ungarn und Österreich.   

Über das, was das Land dieser Tage beschäftigt und  umtreibt, diskutieren die deutsche Übersetzerin Marie Cermann und der slowakische Übersetzer und Literaturwissenschaftler Juraj Dvorský. Es moderiert Ralf Pannowitsch.    

Eintritt: 5,- / 3,- EUR. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

Eine Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins Die Fähre e.V., gefördert mit Bundesmitteln des Projektfonds Neustart Kultur. 

13. April 2022, 19.30 Uhr, Literaturhaus Leipzig
„Descendimiento – Kreuzabnahme“ – Lesung mit Ada Salas   
Ein Dialog zwischen Malerei, Musik und Poesie Ada Salas, eine der ausdrucksstärksten und wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen spanischen Lyrik, stellt an diesem Abend ihren erfolgreichen Lyrikband „Descendimiento“ (2018) vor. Die Lesung findet in spanischer und deutscher Sprache statt und unternimmt einen Dialog zwischen dem Gemälde „Kreuzabnahme“ von Rogier van der Weyden, der Musik der großen barocken Oratorienmeister und eigenen leidvollen Erfahrungen, die Ada Salas in wundervolle sprachliche Bilder umsetzt.    
Eintritt frei. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de    
Eine Veranstaltung des Instituts für Romanistik der Universität Leipzig, des Literaturhauses Leipzig e. V. und des Sächsischen Übersetzervereins
»Die Fähre« e. V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 

5. April 2022, 19.00 Uhr, Leipziger Stadtbibliothek
„Der tote Rottweiler“ – Lesung mit Heike Brandt    
Ein Roman über Freundschaft, Zusammenhalt und das politische Engagement gegen die Waffenindustri e   
In ihrer Heimatstadt leben fast alle von der Rüstungsindustrie. Aber ist das nicht eigentlich schlimm, sein Geld mit Waffen zu verdienen, wo doch am Ende der Kette immer nur Leid, Schmerz und Tod stehen? Aber was wäre die Alternative? Die Jugendlichen Bobi, Amal, Manuel und Natalie setzen sich in einem Schulprojekt damit auseinander  und wollen die Leute in ihrer Stadt wachrütteln. Es muss sich etwas ändern, von Grund auf. Das erfordert radikales Handeln. Da kommt es fast gelegen, dass sie im Wald einen toten Rottweiler finden – erschossen. Die Autorin liest aus ihrem bewegenden Spannungsroman, der sich eingehend mit Fragen zu Moral, Schuld und Frieden auseinandersetzt. Heike Brandt, geboren 1947 in Jever, lebt als freiberufliche Übersetzerin, Autorin und Rezensentin in Berlin-Kreuzberg. Für ihre Buchübersetzungen aus dem Englischen wurde sie mit mehreren Preisen geehrt.    
Eintritt frei.    
Eine Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e. V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen   

16. Februar 2022, Literaturhaus Leipzig : "Das Tempelhofer Feld, direkt vor der Tür" - Gespräch mit dem schwedischer Verleger und Übersetzer Jörn Lindskog